Fr, 25. Mai. 2018

1946

 

Nachdem Vereinsgründungen wieder möglich wurden, betrauten 50 ehemalige Mitglieder die Herren Hermann Zaucker - Franz Schweickert - und Ferdinand Scherrer damit, bei der Militärregierung um die Genehmigung zur Wiedergründung des Vereins nachzusuchen.
Bereits am 19. Januar 1946 konnte die Gründungsversammlung in der Gaststätte "Zum Bahnhof" abgehalten und der Arbeitergesangverein als erster Verein im Ort wieder gegründet werden. Die erste Vorstandschaft nach dem Kriege bestand aus folgenden Mitgliedern:
I. Vorsitzender: Hermann Zaucker
II. Vorsitzender: Franz Schweickert
Schriftführer: Ferdinand Scherrer
Kassier: Ernst Eberle
Emil Betsch wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, während Stefan Hof, Franz Flick, Georg Lavan und Franz Thomas zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Der Verein schreibt in seine Satzung:
Der Arbeitergesangverein ist auf demokratischer Grundlage aufgebaut und dient ausschließlich der Förderung und Pflege des Gesangs. Er ist frei von jeglicher politischer Weltanschauung!
Laut Anwesenheitsliste hatten sich 52 Mitglieder als Gründungsmitglieder eingetragen, diese Zahl stieg noch im gleichen Jahr auf 96 Mitglieder an.
Die Chormusikalische Arbeit wurde Mitte des Jahres durch den Dirigenten Jean Dörr wieder aufgenommen.
Neben dem Männerchor entschloß sich der Verein, einen Gemischten Chor zu gründen, so daß 56 Sänger und 44 Sängerinnen aktiv im Arbeitergesangverein sangen. Als soziale Einrichtung unterhielt der Verein eine Sterbekasse.
Vom 11. - 13. September fand in Hagenbach die 1100-Jahrfeier der Gemeinde statt. Der Arbeitergesangverein gestaltete aus diesem Anlass zwei Festwagen: "Evakuierung" und "Freiheitsbaum der Revolution 1848". Auch bei dem Mysterienspiel "Jedermann" auf dem Festplatz waren Mitglieder des Vereins beteiligt.
1949 legte der Chorleiter Jean Dörr aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder, als Nachfolger wurde Erich Metz berufen.
Am 9. Januar wurde der Beschluß gefaßt, den Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Kandel eintragen zu lassen.
Über 40 Sängerinnen und Sänger fuhren zum "Lyra" Wörth zu seinem 50-jährigen Stiftungsfest.

Am 13.11. veranstaltet der Verein seinen ersten Liederabend im Gasthaus "Zur Rose".
Am 1. Oktober trat der Verein dem "Pfälzischen Sängerbund" bei.
Unter großer Opferbereitschaft der Mitglieder konnte 1951 die zweite Vereinsfahne beschafft werden. Vom 2. - 4. Juni fand dann die Fahnenweihe statt. Der Männergesangverein "Frohsinn" Hagenbach übernahm die Patenschaft. Es war dies das erste große Sängerfest nach dem Kriege in dem sangesfreudigen Hagenbach, an dem sich 14 Gastvereine beteiligten.
Am 8. Juni 1952 errang der AGV beim Preissingen der "Eintracht" Hagenbach den ersten Preis.
Der Verein hatte die angenehme Aufgabe angenommen, bei den drei örtlichen Gesangvereinen die Patenschaft zu übernehmen. Der staatlich geprüfte Musiklehrer Hans Cuntz übernahm 1956 die musikalisch Leitung des Vereins. Der Verein beteiligte sich beim Preissingen des MGV "Liederkranz" Hagenbach und erreichte mit 249 Punkten den ersten Platz in der I. Landklasse vor den "Edelweiß-Sängern" aus Herxheim.
Im Spätjahr konnte endlich der lange geplante Liederabend stattfinden. Bedingt durch die letzten Dirigentenwechsel mußte dieses Vorhaben wiederholt verschoben werden. Im Jahre 1959 fand in Hagenbach das erste große Kirchenkonzert statt, an dem sich auch der AGV mit seinen beiden Solisten beteiligte. Dieses Konzert fand bei Publikum und Presse nachhaltigen Beifall.